Wettbewerb 2007

„When I’m 64...“

Der Deutsche Bauforschungs-Nachwuchspreis für

überzeugende Zukunftsvisionen junger Bauforscher

 

„Wie werden die Menschen in 40 Jahren leben, welche Anforderungen werden an das Planen, Bauen und Wohnen gestellt?“ lauteten die Fragen des fachübergreifenden Wettbewerbs für junge Hochschulabsolventen, zu dem das Institut für Bauforschung e.V. (IFB) gemeinsam mit den VHV Versicherungen aufgerufen hatte.
Die besten Ergebnisse wurden am 24. Mai 2007 mit dem Deutschen Bauforschungs-Nachwuchspreis ausgezeichnet und vorgestellt. Den Preis an das Sieger-Team übergaben der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann und Uwe Reuter, Vorstandsvorsitzender VHV.
Abb_Preisträger_Busemann
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Die Aufgabe war, sich in einem generationenübergreifenden Zeitraum interdisziplinär und nachhaltig mit dem Thema „Planen, Bauen und Wohnen im Jahr 2046“ auseinanderzusetzen. Insgesamt 51 Nachwuchs-Wissenschaftler haben teilgenommen, fünf interdisziplinäre Teams wurden ausgezeichnet.

Preisträger des mit 9.000 Euro dotierten ersten Deutschen Bauforschungs-Nachwuchspreises sind Chris Middleton  (Architektur), Adam Sello (Psychologie) und Karim El-Ishmawi (Stadtplanung) mit ihrer Zukunftsversion: Berlin-Havanna – Seniorenstege im Jahr 2046 in Berlin. Ihre Vision reichten die Preisträger als Film ein, der das Leben in der Seniorenstege aus Sicht zweier Wachschutzangestellter anschaulich präsentiert.

Beurteilung der preisgekrönten Wettbewerbsarbeit durch die Jury:

„Der Beitrag hat einen hervorragenden konzeptionellen Ansatz zum Planen, Bauen und Wohnen im Jahre 2046, in dem Stadt und Gesellschaft untersucht werden, Tendenzen und Trends erfasst, eine filmische Präsentation die komplexen Wechselbeziehungen darstellt und das Ziel erreicht wird, eine visionäre Momentaufnahme von Stadt und Gesellschaft zu simulieren. Logisch und folgerichtig baut der Beitrag anhand beispielhafter Situationen zum Planen, Bauen und Wohnen im spezifischen Umfeld eine Zukunftsvision methodisch auf. Dramaturgie und Analyse im Prozess des Beitrages erzeugen beim Betrachter einen animierten, realitätsnahen Gesamteindruck zu Stadt und Gesellschaft im Jahre 2046. Interdisziplinär haben die Verfasser stadtplanerische, architektonische, soziologische und psychologische Aspekte der Abhängigkeiten von Stadt und Gesellschaft erforscht und am Beispiel einer geplanten „Seniorenstege Havannasiedlung, Berlin Ostpark, 2046“ als „realistische Vision“ gemeinsam präsentiert.

Das Ergebnis ist eine beeindruckende Zukunftsvision junger Bauforscher, die ihre Grundthese methodisch-wissenschaftlich gestützt untersuchen und als Ergebnis wichtige Erkenntnisse zum Planen, Bauen und Wohnen in der Stadt für unsere Gesellschaft in den Wechselbeziehungen für das Jahr 2046 gewinnen.“ Für diese Arbeit erhielt das Berliner Team ein Preisgeld von 9.000 Euro und pro Person je eine Skulptur, die die Künstlerin Marita Kraus für den Deutschen Bauforschungs-Nachwuchspreis entworfen hat.

Belobigungen

Zwei weitere Teams wurden mit einer Belobigung und einem Preisgeld von je 3.000 Euro ausgezeichnet. Sonja Becker (Architektur), Rüdiger Karzel (Betriebswirtschaft) und Monika Pavetic (Soziologie, Demografie) entwickelten mit Strategie 2046 ein Kommunikationskonzept, das die „nach innen gewandten Lebens- und Wohngewohnheiten in Deutschland“ auf den Kopf stellt. Anhand einer visionären Wohnbiografie wird die Strategie 2046 vom Jahr 2006 bis 2046+ abgeleitet und abgebildet.

 

Christoph Gehr (Architektur), Thomas Kusitzky (Musik, Klangkunst) und Corinna Glaser (Medizin) widmeten sich der akustischen und klanglichen Gestaltung von Innen- und Außenräumen. Zwei Klangbeispiele veranschaulichen, wie ihre Vorstellungen zu einem besseren Verständnis und Gefühl für den umgebenden Raum und zu ruhigeren und lebenswerteren Stadt- und Wohnräumen führen.

Lobende Erwähnungen

Eine Urkunde mit lobender Erwähnung erhielten Dörte Meinerling (Architektur), Ralf Duffner (Stadtplanung) und Juri M. Jacobi (Geografie) für ihren City-Profiler, mit dem individuelle Ausstattungswünsche an die Wohnung und das Wohnumfeld sowie verfügbare Flächenpotenziale der Kommune bzw. das vorhandene Angebot der  Wohnungswirtschaft virtuell ermittelt werden können.

 

Ebenfalls mit einer lobenden Erwähnung wurde die Arbeit Alinghi von Steffen Knopp (Architektur), Peter-Christoph Haider (technologie- und managementorientierte BWL) und Attila Yilmaz (MBA) hervorgehoben. Sie entwickelten ein umfassendes Konzept zur individuellen Wohneinheit, von der Bauplanung über die Einrichtung bis hin zu Materialvorschlägen für organisch konzipierte Wohnräume.

 

Mit dem erstmalig ausgeschriebenen Deutschen Bauforschungs-Nachwuchspreis wollten das IFB und der die VHV aus Anlass des 60-jährigen Bestehens des Instituts gezielt Architekten, Planer und Forscher interdisziplinär für das spannende und zukunftsorientierte Thema Bauforschung interessieren und innovative und kreative Zukunftsideen fördern.